Wolfsland Nordrhein-Westfalen

Am 1.10.2018 wurde das Wolfsgebiet Schermbeck ausgewiesen, das Wolfsgebiet Senne am 20.12.2018. Im Sommer 2019 kam das Gebiet „Eifel/Hohes Venn“ rund um Monschau hinzu, in dem sich ein Rüde niedergelassen hat. Die Ausweisung eines Wolfsgebietes erfolgt durch das Land NRW und ist vor allem für Weidetierhalter wichtig: In diesen weit umfassten Regionen finanziert das Land Herdenschutzmaßnahmen.

Ein „Wolfsgebiet“ ist die Fläche, innerhalb derer ein sesshafter Wolf theoretisch auf täglichen Streifgängen unterwegs sein könnte. Das Gebiet orientiert sich u. a. an der durchschnittlichen Laufleistung der Wölfe.

Wolfsnachweise in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2019:

Die Punkte auf der Karte stehen nicht für die Anzahl der Wölfe – oft wurde ein Tier an unterschiedlichen Orten nachgewiesen.

Aktuelle Wolfsnachweise, Meldungen und Hinweise finden Sie unter: → https://wolf.nrw

Wolfsnachweise in Nordrhein-Westfalen im Jahr 2018:

Wolfsnachweise in Nordrhein-Westfalen November 2009 bis August 2018:

Eine repräsentative → Umfrage des Forsa Instituts aus dem Jahr 2015 sowie eine → WWF-Umfrage (2014) hat ergeben, dass die Mehrheit in Deutschland eine Rückkehr der Wölfe positiv bewerten. Für alle Natur- und vor allem Wolfsschützer eine erfreuliche Nachricht. Die vielseitige Öffentlichkeitsarbeit ist nicht ungehört geblieben. Jetzt gilt es jedoch, diesen Trend auch dann aufrecht zu erhalten, wenn es negative Schlagzeilen seitens der Wölfe gibt. Vor allem wenn in der eigenen unmittelbaren Nachbarschaft nicht ausreichend geschützte Schafe oder Ziegen gerissen werden. Erst dann wird sich zeigen, wie diese Umfragen wirklich zu bewerten ist.

Damit ein konfliktarmes Miteinander möglich wird, ist noch viel Arbeit zu verrichten. Die Mitmenschen müssen sachlich über den Wolf informiert werden. Falsche Vorurteile aus vergangenen Jahrhunderten müssen schnellstens richtig gestellt werden.

k-zaunVor allem die Nutztierhalter werden sich stark umstellen müssen. Mit dieser zusätzlichen Belastung kann man sie nicht alleine lassen. Die vom Gesetzgeber bereitgestellten finanziellen Mittel sind jedoch nur ein Punkt effektiver Hilfe. Der Schutz der Herden kann verschiedene Punkte umfassen. Von einfachen Lappenzäunen bis zum Nachtpferch. Auch Herdenschutzhunde minimieren einen möglichen Wolfsangriff. Dass ein richtig eingesetzter Herdenschutz funktioniert, zeigen auch die Beispiele aus anderen Ländern. In Italien werden seit Jahren Erfolge gemeldet. Auch in Spanien leisten vor allem Herdenschutzhunde gute Arbeit. In den osteuropäischen Ländern waren die großen Beutegreifer, Bär, Luchs und Wolf, nie verschwunden. So ist dort auch das Wissen um einen effektiven Herdenschutz nie verloren gegangen. Mehr als 150 Jahre haben wir dieses Wissen nicht benötigt. Die Erinnerung daran wird uns nicht über Nacht im Traum geschenkt. Aber mit etwas gutem Willen werden wir es meistern. Der Wolf gehörte Jahrtausende in unsere Wälder. Jetzt kehrt er langsam zurück.

Weitere Informationen und Links:

„Neues vom Wolf – Wie sich ein „Erwartungsland“ auf die Rückkehr vorbereitet“ von Dr. Ingrid Hucht-Ciorga (erschienen in „Rheinisch-Westfälischer Jäger 06/2015“)

Luchs und Wolf in NRW (erschienen in „Natur in NRW“, 2011)