Nordrhein-Westfalen: Heimat für Mensch und Wolf

In NRW gab es seit 2009 immer wieder Nachweise einzelner, offenbar weiterwandernder Wölfe. Erst Ende 2018 wurden die Wolfsgebiete „Schermbeck“ und „Senne“ ernannt: In beiden Gebieten konnte je eine standorttreue Wölfin genetisch identifiziert werden. Im Sommer 2019 kam das Gebiet „Eifel/Hohes Venn“ rund um Monschau hinzu, in dem sich ein Rüde niedergelassen hat.

Ein „Wolfsgebiet“ wird vom Land ausgewiesen, wenn sich ein oder mehrere Wölfe dauerhaft angesiedelt haben. Es umfasst die Fläche, innerhalb derer ein Wolf oder ein Wolfsrudel theoretisch auf täglichen Streifgängen unterwegs sein könnte. In Mitteleuropa sind die Reviere von Wölfen im Durchschnitt ca. 250 km² groß. Die Wahrscheinlichkeit, in einem solch großen Gebiet auf einen Wolf zu treffen, ist also eher gering.

Und weiterhin werden wandernde Einzeltiere durch NRW ziehen. Bis zum Oktober 2019 gab es in diesem Jahr 40 Wolfsnachweise – Wölfe wurden per DNA bestätigt, es gab bestätigte Sichtungen, Fotos von Wildkameras, Telemetriedaten und Todfunde.

Wolfsnachweise in Nordrhein-Westfalen

Foto: Jürgen Borris

Der Europäische Grauwolf (Canis lupus lupus)

Der Wolf war einst neben dem Menschen das am weitesten verbreitete Säugetier der Welt. Er besiedelte große Bereiche der gesamten Nordhalbkugel, fast ganz Eurasien und Nordamerika. Heute lebt er nur noch auf einem Drittel seines ursprünglichen Gebietes, aus vielen Teilen Europas ist er ganz verschwunden. Erst in den letzten 30 Jahren haben vor allem verstärkte Schutzmaßnahmen zu einer vorsichtigen Erholung der Wolfsbestände geführt. Langsam erobern sich die Wölfe auch in Westeuropa wieder ihre Lebensräume zurück. Auf der Iberischen Halbinsel und in Süd- und Osteuropa gibt es wieder größere Wolfsbestände. Skandinavien hat eine in den letzten Jahren stark gewachsene – doch durch Isolation bedrohte – Wolfspopulation und in der Schweiz und Frankreich haben sich Zuwanderer aus Italien niedergelassen.

Auch in Deutschlang gibt es seit Beginn des neuen Jahrtausends wieder Wölfe. In Sachsen wurden seit dem Jahr 2000 wiederholt Wolfswelpen in freier Wildbahn geboren.

Wer an Wölfe denkt, der denkt automatisch an menschenleere Landschaften Nordamerikas oder Sibiriens. Kaum jemand weiß, dass Wolfsspuren heute vor den Toren Roms und Florenz oder an den Mittelmeerstränden der Toskana gefunden werden können. Auch die Lausitz ist vom Menschen bewohnt und hier bestätigt sich, dass die Nachbarschaft von Mensch und Wolf möglich ist. Es kann daher als gesichert gelten, dass Wölfe auch in vielen anderen Bundesländern eine Reihe geeigneter Lebensräume vorfinden werden. Auch bei uns in Nordrhein-Westfalen.

Bitte Sichtungen melden:

Luchs- und Wolfsberater in NRW

Auch bei der Nachrichtenbereitschaftszentrale des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen können rund um die Uhr alle Luchs- und Wolfssichtungen gemeldet werden → Hotline: 02361 305-0. Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende unter: 0201 714488