Der Wolf kehrt zurück – Wolfserwartungsland Nordrhein-Westfalen

Seit dem Jahr 2009 wurden mehrere Wölfe in Nordrhein-Westfalen nachgewiesen. Ob es sich bei diesen Nachweisen um eine dauerhafte Rückkehr oder um durchziehende Tiere handelt, kann noch nicht endgültig geklärt werden. Dies werden weitere Wolfsbeobachtungen zeigen. Wölfe in Nordrhein-Westfalen? 2008 stand dies noch als Frage im Raum. 2009 verirrte sich ein erster Wolf aus dem hessischen Reinhardswald bei seinen Wanderungen auch in den äußersten Osten von NRW. Danach wurde es erst einmal wieder einige Jahre ruhiger um den Rückkehrer Wolf. Doch spätestens seit im Juli 2014 bereits das vierte Wolfsrudel im benachbarten Niedersachsen nachgewiesen wurde, erwartete auch Nordrhein-Westfalen tatsächlich die Rückkehr der Wölfe.

Im Januar 2015 war es dann so weit. In Ostwestfalen wurde erneut ein Wolf für NRW nachgewiesen. Kurze Zeit später wurde ein weiterer Wolf aus dem Kreis Siegen-Wittgenstein gemeldet. Angesichts der sieben Wolfsrudel in Niedersachsen mit etwa 22 Jungtieren im Sommer 2015 keine wirklich große Überraschung mehr. Bis Mai 2016 wurde in NRW bereits elf Mal ein Wolf nachgewiesen – acht Mal allein im Jahr 2016. Das heißt aber nicht, dass sich elf Wölfe dauerhaft in NRW aufhalten. Bislang sind vier unterschiedliche Tiere durch DNA-Spuren seit 2009 nachgewiesen.

Aktuelle Wolfsnachweise in Nordrhein-Westfalen

Informationsfilm von Wald und Holz NRW zur Rückkehr der Wölfe nach Nordrhein-Westfalen

Der Europäische Grauwolf (Canis lupus lupus)

Der Wolf war einst neben dem Menschen das am weitesten verbreitete Säugetier der Welt. Er besiedelte große Bereiche der gesamten Nordhalbkugel, fast ganz Eurasien und Nordamerika. Heute lebt er nur noch auf einem Drittel seines ursprünglichen Gebietes, aus vielen Teilen Europas ist er ganz verschwunden. Erst in den letzten 30 Jahren haben vor allem verstärkte Schutzmaßnahmen zu einer vorsichtigen Erholung der Wolfsbestände geführt. Langsam erobern sich die Wölfe auch in Westeuropa wieder ihre Lebensräume zurück. Auf der Iberischen Halbinsel und in Süd- und Osteuropa gibt es wieder größere Wolfsbestände. Skandinavien hat eine in den letzten Jahren stark gewachsene – doch durch Isolation bedrohte – Wolfspopulation und in der Schweiz und Frankreich haben sich Zuwanderer aus Italien niedergelassen.

Auch in Deutschlang gibt es seit Beginn des neuen Jahrtausends wieder Wölfe. In Sachsen wurden seit dem Jahr 2000 wiederholt Wolfswelpen in freier Wildbahn geboren.

Wer an Wölfe denkt, der denkt automatisch an menschenleere Landschaften Nordamerikas oder Sibiriens. Kaum jemand weiß, dass Wolfsspuren heute vor den Toren Roms und Florenz oder an den Mittelmeerstränden der Toskana gefunden werden können. Auch die Lausitz ist vom Menschen bewohnt und hier bestätigt sich, dass die Nachbarschaft von Mensch und Wolf möglich ist. Es kann daher als gesichert gelten, dass Wölfe auch in vielen anderen Bundesländern eine Reihe geeigneter Lebensräume vorfinden werden. Auch bei uns in Nordrhein-Westfalen.

Bitte Sichtungen melden:

Bei der Nachrichtenbereitschaftszentrale des Landesamtes für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz Nordrhein-Westfalen können rund um die Uhr alle Luchs- und Wolfssichtungen gemeldet werden.

Hotline: 02361 305-0

Außerhalb der Geschäftszeiten und am Wochenende unter: 0201 714488

Umweltministerium legt NRW-Wolfsmanagementplan vor

Wolfsmanagementplan-NRW
11. April 2016 – Über den Umgang mit einzelnen Wölfen informiert ab heute der „Handlungsleitfaden für das Auftauchen einzelner Wölfe“. Dieser Wolfsmanagementplan gibt Auskunft über die rechtliche Situation rund um das Thema Wolf, dokumentiert die bisherige Entwicklung in NRW und zeigt Zuständigkeiten, Handlungsfelder und konkrete Hilfen für Tierhalter im Falle eines Wolfnachweises auf.

Der nordrhein-westfälische Wolfsmanagementplan orientiert sich ebenso wie vergleichbare Pläne anderer Bundesländer an dem bereits 2007 von Bundesamt für Naturschutz veröffentlichten Fachkonzept „Leben mit Wölfen“. Der Managementplan wurde vom Landesamt für Natur, Umwelt und Verbraucherschutz NRW (LANUV) erarbeitet.

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